Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen
Freiwillig: HfWU Modul - (NT) Grundlagen, Handlungsmöglichkeiten und Aktionspotenziale nachhaltiger Entwicklung - Details
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General information

Subtitle
Course number 190612_NT_S
Semester WiSe 2019/2020
Current number of participants 0
expected number of participants 25
Home institute ZO Studium Generale
Courses type Freiwillig in category Teaching
Next date Fri , 06.12.2019 15:45 - 18:45, Room: CI3 106
Type/Form Seminar
Participants Eine Veranstaltung für Studierende der HfWU.
Learning organization Kontakt: studium-generale@hfwu.de
Performance record Diese Veranstaltung gehört zum zweisemestrigen HfWU-Modul "Philosophie, Ethik und Nachhaltigkeit". In einigen Studiengängen können HfWU-Module anstatt eines Moduls aus dem Studiengang belegt werden – dies sollte vorab mit der Studiengangleitung geklärt werden. Infos zum Workload und Anrechenbarkeit der Veranstaltung unter: www.hfwu.de/hfwu-module
Die Veranstaltungen sind auch einzeln, ohne Workload belegbar!

Teilnahmezertifikat, Umfang: 6 UE (12 x 45 Min), 1 SWS
Miscellaneous Wir bitten um termingerechte und verbindliche Anmeldung bis 14 Tage vor Kursbeginn. Kurzentschlossene sind ebenfalls willkommen. Wird die Mindestteilnehmerzahl in Höhe von acht Personen vierzehn Tage vor Veranstaltungstermin unterschritten, müssen wir die Veranstaltung leider absagen.

Course location / Course dates

CI3 106 Friday. 06.12.19 15:45 - 18:45
Saturday. 07.12.19 09:45 - 15:30

Comment/Description

Referentin: Leonie Bossert, International Centre for Ethics in the Sciences and Humanities Research Group, Eberhard-Karls-University Tübingen

Die Brundtland-Kommission versteht Nachhaltigkeit als ein normatives Konzept, das uns auf intra- und intergenerationelle Gerechtigkeit festlegt. Um dem gerecht zu werden, muss der normative Gehalt anwendungsorientierter Fragen erkannt und diskutiert werden. Nachhaltige Entwicklung zielt darauf, allen Menschen die Möglichkeit eines guten Lebens zu eröffnen.

Lehrinhalte
• Einführung und geschichtlicher Überblick der Nachhaltigen Entwicklung
• ethische Grundlagen der Nachhaltigen Entwicklung
• Suffizienz und Suffizienzpolitik
• Digitalisierung und Nachhaltige Entwicklung

„Nachhaltigkeit“ ist in den letzten Jahren zu einem sehr viel verwendeten umweltpolitischen Begriff geworden, der im wissenschaftlichen Diskurs, in politischen Strategien sowie in populären Medien stark an Bedeutung gewonnen hat. Dabei ist zugleich zu beobachten, dass der Begriff häufig trivialisiert wird, indem er für quasi alles verwendet wird. Damit einhergehend wird der Normativität, die mit dem Konzept Nachhaltiger Entwicklung verbunden ist, nicht ausreichend Rechnung getragen. Um dieser gerecht zu werden und um der Trivialisierung des Nachhaltigkeitsbegriffs Einhalt zu gebieten, ist eine begründete Eingrenzung des Begriffs nötig, welche durch (normative) Theorien von Nachhaltigkeit erbracht werden kann. Die bestehenden normativen Nachhaltigkeits-Theorien bauen alle auf bestimmten ethischen Grundlagen auf. Diese ethischen Grundlagen sollen im Kurs genauer betrachtet werden, wobei ein Schwerpunkt auf dem Greifswalder Ansatz Starker Nachhaltigkeit gelegt wird. Diese Theorie baut ethisch auf der Gerechtigkeitstheorie John Rawls auf sowie auf dem Fähigkeitenansatz von Martha Nussbaum. Mit den beiden Ansätzen findet im Kurs also eine besonders intensive Auseinandersetzung statt. Bevor in die Ethik Nachhaltiger Entwicklung eingestiegen wird, gibt das Seminar einen kurzen historischen Abriss zum Begriff der Nachhaltigen Entwicklung und zu den Meilensteinen des politischen Umgangs mit derselben. Neben dem Verständnis der Ethik-Grundlagen spielt auch die Anwendung Nachhaltiger Entwicklung in der Praxis eine zentrale Rolle einhergehend mit der Prüfung, inwiefern sich durch die Etablierung dieser Grundlagen einer Trivialisierung des Nachhaltigkeits-Begriffes entgegenwirken lässt. Im anwendungsbezogenen Teil wird der Fokus auf Suffizienz gelegt, also auf die Fragen nach nachhaltigeren Lebensstilen und welche Politiken diesen zugrunde liegen können und sollen. Welche Aspekte solcher Lebensstile zählen ins Private und welche ins Politische bzw. lässt sich das überhaupt trennen? Fragen wie diese werden vertieft, wobei auch offenen Fragen der Teilnehmenden Rechnung getragen werden kann.
Die Unterrichtsmethoden des Seminars basieren zum einen auf der eigenständigen Lektüre und Präsentation sowie Diskussion grundlegender Texte zur Ethik Nachhaltiger Entwicklung. Zum anderen werden partizipative Methoden wie die Erstellung von Mind Maps oder ein World Café und kleinere Gruppenarbeiten in unterschiedlicher Gruppengröße angewandt. Hierbei, wie auch bei den Diskussionen, kann den eigenen Interessen der Teilnehmenden Raum geboten werden.

Dipl.-LaÖk Leonie Bossert studierte Landschaftsökologie und Naturschutz an den Universitäten Greifswald und Kopenhagen. Nach ihrem Studium war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin der Universität Kiel und Mitglied in der Nachwuchsforschungsgruppe „Wissenschaftsethik der Forschung für Nachhaltige Entwicklung“ am Internationalen Zentrum für Ethik in den Wissenschaften (IZEW) der Universität Tübingen. Derzeit ist sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am IZEW der Universität Tübingen tätig sowie als Hochschul-Dozentin. In ihrer Promotion geht Leonie Bossert der Frage nach, wie eine – bisher unzureichend vorgenommene – Inklusion nichtmenschlicher Tiere in den Nachhaltigkeitsdiskurs ethisch begründet werden kann. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Ethik Nachhaltiger Entwicklung, Umweltethik, Ethik Künstlicher Intelligenz, Tierethik, Wissenschaftsethik und Critical Animal Studies.